Donnerstag/Freitag, 4./5. Juni. Es ist schon beinahe ein
Ritual. Frühmorgens auslaufen mit der Flut. Ein happiger
Schlag steht uns bevor, das Ziel heisst Bilbao, rund 200 SM,
dies laut Yachtwetter praktisch ohne Wind. Bis das Schleusentor und die Drehbrücke offen sind, übt Marc manöverieren im engen Hafenbecken, was recht gut geht. Doch ein bisschen Wind, so dass wir unsere Segel einmal ausrollen können. Nach zwei, drei Stunden ist die Herrlichkeit zu Ende und wir müssen motoren und dies ohne Ende rund 30 Stunden lang, und das in der gefürchteten Biscaya. Eine solche Überfahrt habe ich im Mittelmeer selten erlebt, trotzt der angesagten Wellenhöhe von 1,5 m schaukelt unser Schiff kaum, da die Dünung drei bis vier Schiffslängen lang ist. Dank unserem Schiffskoch Ueli werden wir sogar ständig mit warmen Mahlzeiten bedient. Ein kurzer Disput, welche Gastlandflagge muss hier gesetzt werden; die Spanische oder die Baskische? Wir entscheiden uns für die Spanische, ob aus Überzeugung oder Bequemlichkeit lassen wir offen - die Baskische hätten wir erst noch kaufen müssen. Gut verpflegt und ausgeruht erreichen wir unser Ziel.

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Für uns Schweizer vollkommen unverständlich; mehr Streikende als das Dorf Einwohner hat und trotzdem keine zerbrochene Scheibe und keine Sprayereien. Ein nachmittagfüllendes Programm ist der Versuch, das Schiff wieder um 180 Grad zu drehen und dies nur auf dem Computer. Was nützen alle Bedienungsanleitungen, wenn sie nicht stimmen. Nach stundenlangem Probieren ist es Ueli gelungen, hinter das Programm für die Calibrierung zu kommen - ich habe dies minutiös aufgeschrieben. Beim anschliessenden Einräumen der Ordner habe ich dann eine gültige, zwar englisch geschriebene, Kurzanleitung gefunden!!!

Mittwoch, 3. Juni. Noch ein Ruhetag!
Die Crew hat beschlossen, das Aquarium zu besuchen; anschliessend wird das Schifffahrtsmuseum besichtigt, in welchem das Meteoschiff France 1 zur Schau gestellt wird. Es ist eindrücklich, wie früher Leute während Monaten auf engstem Raum ausharren mussten, nur um uns die notwendigen Daten für die Wetter-Vorhersage zu liefern. Das anschliessende Essen im Restaurant La Marée war ein echter Hit. Es begann mit einer Symphonie von Rauchlachs und Melone, dann folgte eine bretonische Fischsuppe, ein Gratin aus Hecht und Kartoffeln, ebenfalls eine örtliche Spezialität, und zum Abschluss eine Auswahl von Desserts, bei dem wir als echte Schweizer Bünzli das Schoggimousse auswählten.

Die ganze Crew hat das Bedürfnis, etwas für die Bildung zu tun. Ein Wunsch geht in Erfüllung. Der Besuch des Guggenheim Museums. Beeindruckt sind wir von der Sauberkeit dieser Stadt. Die Metro - ein Glanzstück! Sie übertrifft alles was ich schon gesehen habe. Das Tram brandneu und äusserst modern. Keine verschmierten Fassaden und das ohne einen Polizeidirektor Wasserfallen. Wie machen die das nur?